444 Millionen Kilometer für Einkaufsfahrten
17. Dezember 2005 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
| 12 Millionen Menschen leben in Deutschland in ländlichen Gebieten. Damit lebt nur noch jeder 7. Bundesburger in einem Gebiet mit weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Einkäufe wurden früher zu Fuß oder per Rad erledigt – heute werden die Wege zum Einkaufen immer länger: 444 Mio. Kilometer täglich!
Durch den Rückzug des Einzelhandels aus dem ländlichen Raum sind inzwischen 8 Millionen Menschen unterversorgt. 1982 wurden in Deutschland noch mehr als 50 Prozent der Wege zum Einkaufen zu Fuß oder mit dem Rad erledigt. 12 Prozent nutzten 1982 noch öffentliche Verkehrsmittel (z.B. Busse). Diese Situation hat sich durch den Rückzug des Einzelhandels aus dem ländlichen Raum grundlegend geändert. Nur noch ein Drittel der Wege zum Einkaufen (1982 noch insg. 62 %) werden heute zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus zurückgelegt. Die Verbraucher legen für das Einkaufen heute immer weitere Strecken zurück: Die Kilometerzahl für Einkaufsfahrten verdoppelte sich von 1982 bis 2002 von 219 Millionen Kilometer auf 444 Millionen Kilometer – 444 Mio. km am Tag! Wer nicht fahren kann, hat Pech. Wer kein eigenes Auto hat oder wer selbst nicht mehr fahren kann, verfügt meist auch über wenig Kaufkraft und ist damit doppelt betroffen. Die mangelnde Nahversorgung im ländlichen Raum wird damit auch zum sozialen Problem. Quelle: “Verbraucher auf dem Land leiden unter mangelnder Nahversorgung” – unter diesem Titel berichtete die DMG Marktgilde e.G. in Ihrer Zeitschrift “Der Wochenmarkt” im Dezember 2005 über die schlechte Nahversorgung der Menschen im ländlichen Raum. Der DMG-Bericht fasst die Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zusammen. |
















