Nahversorgung beim Handels-Dialog
29. November 2008 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
Beim Handels-Dialog “Schaufenster Niedersachsen” wurde am 26.11.2008 auch das Thema NAHVERSORGUNG thematisiert.
Als Referenten waren zu diesem Thema der Unternehmensberater Wolfgang Gröll (BBE) aus München und der Sprecher des Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerkes Günter Lühning aus Otersen nach Hannover gekommen.
Beide Referenten berichteten aufgrund Ihrer umfassenden Erfahrungen von guten Chancen des ländlichen Raumes, die Nahversorgung im Dorf zu sichern, wenn sich die Bürger in genossenschaftlichen Modellen mit Engagement und Kapitalanteilen beteiligen und in “ihrem Dorfladen” einkaufen.
Wolfgang Gröll hat als Unternehmensberater zahlreiche Dorfläden “von Bürgern für Bürger” insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg zum Erfolg begleitet. Ein Bürgermeister habe ihm berichtet, das vor der Eröffnung des Dorfladens der örtliche “Friedhof der letzte Treffpunkt für die Bürger gewesen sei”.
“Dorfläden sind nicht nur Lebensmittel-Märkte sondern Lebens-Mittelpunkte eines Dorfes“, betonte später Günter Lühning in seinem Vortrag.
Beide Referenten freuten sich über die McKinsey-Studie aus dem Jahr 2007, die einen neuen Trend zurück zu modernen Tante Emma-Läden festgestellt hat. Dieser Trend wurde auch beim “Handelsdialog Niedersachsen” in Hannover deutlich. Der Vertreter einer großen deutschen Handelskette hatte angekündigt, nicht nur neue Vollsortimenter-Supermärkte mit über 1.000 qm Fläche und 15.000 Artikeln in den Regalen entwickeln zu wollen. Dem neuen Trend werde die Handelskette folgen und 400 qm große Nahversorger realisieren – vornehmlich in frequenzstarken Lagen in Stadtteilen, wo die Verkaufsfläche bei 1,7 qm pro Einwohner im Stadtteil liegt.
Von einer derartig guten, städtischen Versorgung (1,7 qm pro Einwohner) kann der ländliche Raum nur träumen. Der Dorfladen Otersen mit 150 qm Verkaufsfläche versorgt 750 Einwohner in drei Dörfern (= 0,2 qm pro Einwohner im ländlichen Raum) In der Gemeinde Kirchlinteln (mitten in Niedersachsen) mit insgesamt 10.500 Einwohnern in 17 Dörfern gibt es noch 5 kleine Lebensmittel-Einzelhändler, einen Discounter und einen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von insgesamt ca. 2.500 qm (= 0,2 qm pro Einwohner). Im Anschluss an ihre Vorträge vereinbarten Wolfgang Gröll und Günter Lühning eine stärkere Kooperation und einen Erfahrungsaustausch zwischen der BBE-Unternehmensberatung in München und dem Dorfladen-Netzwerk in Niedersachsen.
















