“Fahrtkosten im Ort lassen – nicht auf der Straße”
16. März 2009 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
Am 26.2.2009 wurde in Windach bei Landsberg (südlich von Augsburg) der “Schlossmarkt” eröffnet. Betreiber des Schlossmarktes ist eine Genossenschaft mit zahlreichen engagierten Bürgern, die über 60.000 € Eigenkapital aufgebracht haben.
Seit 1.2.2009 liefen die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Der „Schlossmarkt” erstrahlt jetzt in neuem Glanz: hell, freundliche Farben, übersichtlich. Einfach einladend. Ein reichhaltiges Frischesortiment in Normal- und Bioqualität ist der Dreh- und Angelpunkt: täglich frisches Obst und Gemüse und eine reichhaltige Auswahl an Käse und Wurst. Ihle, der Frischbäck, bleibt der Partner für Brot und Süßes. Dazu ein volles Sortiment für den täglichen Bedarf. Zum Einkauf von Lebensmitteln braucht keine Windacher Hausfrau mehr nach Schondorf oder Landsberg zu fahren. Von einigen hörte man schon: „Die 12 km spar’ ich mir künftig.” Oder „Bei einem Einkauf von 50 € machen Fahrtkosten von 5 € ja gleich 10 % aus. Die lasse ich lieber im Ort als auf der Straße.” Nachfolgend veröffentlichen wir den Bericht des Landsberger Tagblattes
Windach. „Zwischen den Lauch und die Kohlrabi kommen die Möhren“ – Sortieranweisung von Marktleiterin Petra Schadt. Abwechselnd grün, weiß und rot soll es aus der Gemüseabteilung leuchten, wenn sich am Donnerstagmorgen die Tore des Schlossmarktes in Windach öffnen. Britta Renner vom Aufsichtsrat, die vor allem die Inneneinrichtung des Marktes gestaltet hat, schiebt einen Rollwagen mit Ware durch die Gänge. Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft packen noch an, doch ab der Eröffnung werden es Marktleiterin Petra Schadt, ihre Stellvertreterin und acht Teilzeitkräfte sein, die sich um Wareneingang, Auszeichnen und Einsortieren kümmern. Die Genossenschaftsführung macht dann laut Vorstand Rudolf Frommknecht nur noch PR und Controlling. Bäckerei macht auch ein kleines Café Der Innenraum des alten Supermarktes wurde saniert, Deckenplatten erneuert und neu gestrichen, eine neue Lichtanlage installiert, die Bodenfliesen überarbeitet und neu eingelassen, sodass sich ein heller, freundlicher Raum ergibt. Die Regale wurden mit 1,60 Metern bewusst niedrig gehalten. „Wir wollten einen Durchblick bis hinten haben“, so Frommknecht. Im Westen wurden neben einem kleinen Fenster zwei zusätzliche Öffnungen geschaffen, sodass in die kleine Caféecke Tageslicht scheint. Die Bäckerei Ihle, die auch während der Umbauphase ihre Backwaren verkauft hat, hat sich diesen Bereich ausbedungen. Für Frommknecht ein Zeichen, dass das Unternehmen auf die Zukunft des Marktes setzt. Viele Windacher haben beim Umbau mitgeholfen, wie Frommknecht und sein Vorstandskollege Dietmar Kirchberg erzählen. Exemplarisch für viele will Frommknecht hier Werner Eckmeier nennen, der die Bauleitung übernommen habe, und Heinrich Prittrich, der sogar zwei Wochen Jahresurlaub genommen hat. Es habe auch eine „tolle Kooperation“ mit den hiesigen Handwerkern gegeben, erzählen die beiden, „sie waren immer da, wenn man sie gebraucht hat.“ Frisches Gemüse und Obst, konventionell und in Bioqualität, wird angeboten, auch beim Trockensortiment und bei den Molkereiprodukten gibt es einen Biobereich. Im Preisniveau könne man zwar nicht mit Discountern, aber mit anderen Vollsortimentern mithalten. Besonders stolz ist Frommknecht auf die Weinecke, in der Bioweine und Qualitätsweine, „bis zum Chateauneuf du Pape und Barolo“ zu haben sind. Hier soll auch immer am ersten Freitag im Monat eine Weinverkostung stattfinden, „am 6. März geht es um 15 Uhr los“. Einige Waren müssen noch ausgezeichnet werden, die Wursttheke ist noch leer, das Meiste ist jedoch getan. Über dem Ausgang prangt ein vier Meter langes Schild mit der stilisierten Silhouette des Windacher Schlosses, und auch von der Münchner Straße weist ein Schild den Weg. Eine offizielle Eröffnung soll erst in 100 Tagen stattfinden. Frommknecht ist nicht davor bang, dass niemand kommt. Jeder, der sich in der Bäckerei eine Semmel gekauft habe, habe einen Blick durch den Türspalt in den Supermarkt werfen wollen. Den anfänglichen Unkenrufen zum Trotz, öffnet der Schlossmarkt also heute um 7.30 Uhr seine Pforten: „Ab jetzt entscheiden die Windacher.“
















