Ohne Laden und Gasthaus – Was nun?
8. Juli 2009 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
Früher hatte die 945 Einwohner zählende Gemeinde Steinau bei Bad Bederkesa im Landkreis Cuxhaven drei Gasthäuser und zwei Lebensmittelgeschäfte. 2009 wollen zwei Gasthäuser und das letzte Lebensmittelgeschäft schließen.
Bürgermeister, Ratsmitglieder und viele Einwohner sorgen sich um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Dabei soll es nicht bleiben. Ein Arbeitskreis will ein Konzept für eine künftige “Dorf- & Lebensmitte Steinau” mit Lebensmittel-Markt und Lebensmittel-Punkt entwickeln. Der Arbeitskreis wird dabei vom Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerk unterstützt werden. Am 1.8.2009 ist ein Besuch der Dorfläden “von Bürgern für Bürger” in der Gemeinde Kirchlinteln geplant.
Niederelbe-Zeitung (NEZ) vom 16.4.2009
Gaststätten-Schwund: Steinau sucht Rettungsanker
von Heike Leuschner
Steinau (ike). Der Großeinkauf im Discounter ist erledigt. Was fehlt, sind Margarine und Salz. Kein Problem. Das bekommt man im Kaufhaus Peters mitten in Steinau. Aber nicht mehr lange. Wenn die Betreiber Marlis und Hartwin Peters in Kürze ihr Geschäft aufgeben, gibt es im Ort auch kein Brot, keine Butter oder Käse mehr zu kaufen. Die Gemeinde will Abhilfe schaffen. Im Gespräch ist ein „Dorfladen mit Kommunikationszentrum“.
Die bevorstehende Schließung des Traditionskaufhauses am Lauentheil Nr. 8 ist nicht der einzige Grund, warum Bürgermeister Hans-Jürgen Mangels die Gemeinderatsmitglieder in der kommenden Woche bitten wird, einem „Auftrag für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie ‘Dorfladen’“ zu erteilen. Auch die gastronomische Entwicklung stimmt Mangels nachdenklich.
Niederelbe-Zeitung (NEZ) vom 23.5.2009
Bürgermeister kämpft um Bürgerinteresse
von Heike Leuschner
Steinau. Kein Geschäft mehr? Keine Gaststätte? Kein Saal zum Feiern? Begegnungen nur noch am Gartenzaun? Eine Vision für Steinau, die sich Bürgermeister Hans-Jürgen Mangels gar nicht vorstellen mag. Gemeinsam mit einem Arbeitskreis aus Ratsmitgliedern und engagierten Bürgern macht er sich für ein Dorfzentrum stark, einen Ort, an dem sich Steinauer und Gäste treffen können – zum Einkaufen, Klönen, Kaffee trinken und Feiern. Anlass zur Sorge liefert der sich ankündigende gastronomische Wandel im Ort. Schon jetzt wird geunkt, ob der nächste Frühtanz am Pfingstsonntag vielleicht der letzte ist. Keiner weiß es. Fakt ist: Lars Dock hat der Gemeinde seinen gastronomischen Betrieb zum Kauf angeboten (die NEZ berichtete); und in Docks Nachbarschaft schließt Gastronom Hartwin Peters demnächst Laden und Gaststube für immer. Der Bürgermeister bangt um die Attraktivität Steinaus als Wohnort. Mangels ausreichender Öffnungszeiten würden sich schon jetzt viele Steinauer gastronomisch auswärts orientieren. Siegfried Dierken vom Amt für Landentwicklung, der zuständigen Behörde für die Dorferneuerung Steinaus, verweist auf die Chancen, die sich mit den Mitteln aus Dorferneuerung und Modelldorf-Projekt böten. Die erste zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 11 000 Euro übergab er vor wenigen Tagen an den Bürgermeister. Das Geld fließt in eine Machbarkeitsstudie, die neben Bürgerbefragung und -versammlung unter anderem ein Umbau- und ein Finanzierungskonzept für ein Dorfzentrum vorsieht.
Niederelbe-Zeitung (NEZ) vom 24.4.2009
Steinau: Nützt ein Konzept in drohender Gaststättenkrise?
von Heike Leuschner
Steinau (ike). Hinter vorgehaltener Hand wird schon länger darüber spekuliert; jetzt hat es Lars Dock erstmals gegenüber der NEZ bestätigt: Die über 100 Jahre alte Traditionsgaststätte Dock in Steinau, weithin bekannt durch ihre Frühtanz-Veranstaltung am Pfingstsonntag, soll veräußert werden. „Ich möchte an die Gemeinde verkaufen“, sagte der Gastronom in dieser Woche am Rande einer Sitzung des örtlichen Gemeinderats.
Dock ist nicht der Einzige, der sich die Gemeinde als Betreiberin einer Gastwirtschaft vorstellen kann. Nach Auskunft von Bürgermeister Hans-Jürgen Mangels sähen auch die Eigentümer der Gastwirtschaft und des Kaufhauses Peters, Marlis und Hartwin Peters, ihren Betrieb am liebsten in den Händen der Gemeinde.
Mit Dock und Peters stehen gleich zwei von drei Gasthäusern in Steinau-Lauentheil zur Disposition. Hinzu kommt, dass mit der Schließung des Kaufhauses Peters auch die Grundversorgung in Steinau nicht mehr gewährleistet ist. Eine Situation, die dem Bürgermeister Kopfzerbrechen bereitet.
















