Wenn Edeka oder Rewe das Dorf verlassen
10. Dezember 2009 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
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München – Wenn sich die Großen der Branche wie Aldi, Edeka oder Rewe wieder einmal mit ihren Supermärkten aus einem Dorf zurückziehen, weil es ihnen dort zu klein geworden ist, dann wächst der Markt für Bernd Weykopf. Der 50-Jährige ist Geschäftsführer des Lebensmittelgroßhändlers LHG aus Eibelstadt bei Würzburg. Mit weiteren zwei Lieferanten aus Süddeutschland hat er sich darauf spezialisiert, die Menschen auf dem Land mit Brot, Mehl und Zahnpasta zu versorgen, wenn andere meinen, das rentiere sich dort nicht mehr. Das tut es offenbar doch. Seit zehn Jahren steht die Marke “Um”s Eck“, die die Unternehmer für ihre Dorfläden geschaffen haben, für den Gegenbeweis. Etwa 100 kleine Läden im Freistaat tragen heute schon diesen Namen über der Ladentür. Die Bürger finden dort alles, was sie im Alltag brauchen – nur nicht unbedingt in so großer Auswahl. “Natürlich kann sich das rechnen”, sagt Geschäftsführer Weykopf. Die Leute müssten ja irgendwo einkaufen.Es gibt längst Alternativen, wenn Supermarktketten meinen, sie müssten schließen, nur weil ihnen die bislang maximal zustehenden 800 Quadratmeter Verkaufsflächen in bayerischen Landgemeinden nicht mehr reichen. “Zu jedem Trend gibt es auch einen Gegentrend”, schreibt Wolfgang Gröll von der Unternehmensberatung BBE in einer Studie über die Nahversorgung. Weykopfs Firma ist ein Beispiel dafür. Sie beliefert nur noch Händler, deren Verkaufsfläche nicht größer als 600 Quadratmeter ist – und die Firma verdient gut daran. Wer sich auf den Dörfern umschaut, bemerkt: Die Tante-Emma-Läden kehren zurück. Allein in Bayern wurden in den vergangenen fünf Jahren schätzungsweise 200 neue Dorfläden eröffnet. Bürgermeister sind es leid, sich von Handelsketten abhängig zu machen, und werden selbst aktiv. Das geht so weit, dass Gemeinden alleinige Gesellschafter solcher Dorfläden werden. Andernorts schließen sich Bürger in Genossenschaften zusammen, weil sie von den Vorzügen überzeugt sind. Dorfläden machen einen Ort attraktiv – und für ältere Menschen, von denen es immer mehr geben wird, ist es entscheidend, für das Nötigste nicht weit fahren zu müssen. Dorfläden sind nicht zwangsläufig eine Notlösung, und sie sind auch nicht zwangsläufig Verlustbringer. “Diese Unternehmen sind durchaus in der Lage, ausreichende Gewinne zu schreiben”, erklärt Berater Gröll. Quelle: www.sueddeutsche.de Mike Szymanski |















