Gemeinde investiert 500.000 € in Dorfladen

Dorfladen Mettenheim LogoIm bayerischen Mettenheim (3.300 Einwohner) investiert die Gemeinde 500.000 € in einen 200 qm großen Dorfladen und eine 100 qm große Bäckerei mit Café, um die Nahversorgung zu sichern. 267 Bürger bringen in einer Genossenschaft über 55.000 € Eigenkapital auf.Mettenheim – Der tägliche Bedarf lässt sich in Mettenheim kaum decken: Bäckerei, Metzgerei und ein Schlecker-Markt – mehr gibt es nicht. Doch das wird sich bald ändern. Bis Ende des Jahres soll ein Dorfleben entstehen. Das besondere daran: Die Bürger sind Betreiber.

Der Wunsch nach einem Supermarkt in Mettenheim besteht schon lange. Doch die Bemühungen der Gemeinde, dass sich eine Kette im Ort ansiedelt, zerschlugen sich. Kein Markt zeigte Interesse, also haben die Bürger das Projekt “Dorfladen” selbst in die Hand genommen. “Ein Unternehmensberater hat dieses Konzept vorgeschlagen und bei einer Informationsveranstaltung zeigte sich das Interesse der Bürger”, erklärt Markus Spindler, Vorsitzender der Genossenschaft Dorfladen. Dies war vor einem Jahr, mittlerweile gibt es schon genaue Pläne. Noch im Sommer soll Spatenstich sein. “Wenn alles gut läuft, können wir Ende November den Dorfladen eröffnen”, sagt Erhard Habel, Mitglied des Aufsichtsrats.

Das Prinzip “Dorfladen” ist einfach: Jeder kann über Anteilskäufe Mitglied der Genossenschaft werden. Mindestens drei Anteile á 50 Euro muss jeder kaufen, die Grenze nach oben ist offen. “Wir haben mittlerweile 267 Mitglieder und 56000 Euro Startkapital. Ein Einstieg ist jederzeit möglich”, sagt Markus Spindler. Noch im Dezember war die Zusprache nicht so deutlich. “Wir hatten uns als Knackpunkt 30000 Euro gesetzt und zu dieser Zeit hat es nicht so gut ausgesehen”, erinnert er sich.

Die Baukosten für den Dorfladen belaufen sich auf rund 500000 Euro, Bauherr ist die Gemeinde Mettenheim. Die Genossenschaft wird Betreiber und Pächter. Eine Marktleiterin und sieben Verkäuferinnen werden in dem Dorfladen angestellt sein. Auf mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen die Bürger künftig ihren täglichen Bedarf mit Lebensmitteln decken können.

Dorfladen Mettenheim

“Wichtig ist uns, den Kunden regionale Produkte anzubieten”, sagt Erhard Habel. Das Früchtehaus Müller in Ampfing soll den Dorfladen mit Obst und Gemüse versorgen, Fleisch und Wurst kommt von einer Metzgerei. Dem Dorfladen angegliedert ist eine Bäckerei mit Café auf 100 Quadratmetern. Da passt es ganz gut, dass der Dorfladen auch zu einem zentralen Kommunikationspunkt im Ort werden soll.

Beim Sortiment des Dorfladens will die Genossenschaft versuchen, auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Und dazu gehört auch, mit den Öffnungszeiten den Kunden entgegen zu kommen. Geplant ist, dass der Markt von 7 bis 20 Uhr und samstags von 7 bis 16 Uhr geöffnet hat. Die Bäckerei soll bereits ab 6 Uhr öffnen. “Mettenheim ist eine Pendlersiedlung. Unsere Bürger sollen einkaufen können und abends nicht vor verschlossenen Türen stehen”, sagt Markus Spindler. Und das soll auch dabei helfen, Stammkunden für den Dorfladen zu gewinnen. “Uns ist nicht geholfen, wenn die Bürger nur den Becher Sahne kaufen, den sie vergessen haben”, fährt er fort.

Im Vorfeld gab es von Seiten der Bürger Befürchtungen, dass das Preisniveau über anderen Supermärkten liegt. Dies kann Markus Spindler entkräften: “Das Preisniveau der Discounter werden wir zwar nicht unterbieten können, aber wir werden nicht teurer als andere Supermärkte sein.” Und mit besonderen Leistungen wolle man sich von anderen Märkten absetzen. So können es sich Markus Spindler und Erhard Habel gut vorstellen, dass auch Lieferdienste nach Hause angeboten werden.  (hi)

Quelle: OVB online – Juni 2010

Weitere Informationen zum Dorfladen Mettenheim finden Sie im Internet.


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