6. Juli 2010 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
Rund 70 Durlanger Bürger informieren sich über genossenschaftliche Dorfladen-Idee im Gasthaus KroneEine Umfrage ergab, dass die Durlanger unzufrieden sind mit dem Lebensmittelangebot am Ort. „Und wir wollten nicht die Hände in den Schoß legen, sondern sinnvoll vorausschauen“, begrüßte Bürgermeister Dieter Gerstlauer beim Infoabend zum Thema „genossenschaftlicher Dorfladen“.
Durlangen. Dass es ein großes Interesse am Thema gab, zeigte der gut gefüllte Saal im Gasthaus Krone. Rund 70 Besucher hörten am Montag gespannt den Bericht von Walter Preisinger, der nun bereits zwei genossenschaftliche Dorfläden in Teilorten von Schwäbisch Hall mitinitiierte. Eher aus der Not heraus war diese Idee entstanden, denn der ursprüngliche Ladenbetreiber in Gottwollshausen war plötzlich verstorben, so Preisinger. Zwei Jahre später wurde aber auch im anderen Teilort, Gailenkirchen, wo es seit sechs Jahren keinen Lebensmittelladen mehr gab, einer eröffnet. Anhand der Zahlen belegte der Referent, dass beide Dorfläden gut laufen. Doch machte er auch klar, dass es ohne Ehrenamt nicht gehe. Ebenso wenig wie ohne „Controlling“. In diesen beiden Punkten sah er die Schlüssel zum Erfolg. Bereits beim Umbau beider Läden packten jeweils 35 ehrenamtliche Kräfte mit an. Vorstand und Aufsichtsrat sind ehrenamtlich besetzt. Diese träfen sich alle vier Wochen. „Es handelt sich um eine Wirtschaftsunternehmen“, betonte er, dass der Käuferwunsch das Sortiment bestimme. Ladenhüter und Renner werden mit Argusaugen wahrgenommen und das Sortiment (pro Laden 1200 Artikel) dementsprechend bestückt. Es habe sich gezeigt, dass rund 40 Prozent Senioren und zehn Prozent Kinder dem Stammkundenkreis angehören. In beiden Läden seien je eine Vollzeit, zwei 400-Euro-Kräfte und zwei 40-Prozent-Kräfte angestellt. Auch hier sei Ehrenamt gefragt. Etwa beim Abholen von Molkereiprodukten, da die Molkerei nur größere Läden beliefere.
Bürgermeister Gerstlauer wollte neben dieser Wirtschaftlichkeit aber den Aspekt hervorheben, dass diese Dorfläden ein Kommunikationsort sind. Eben nicht nur eingekauft, sondern auch ein Schwätzle gehalten werde. Durch den genossenschaftlichen Betrieb (jährlich werden drei Prozent Dividende in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet, ein Anteil kostet 100 Euro) seien viele Kunden auch Mitinhaber – was die Identität mit dem Dorfladen ausmache.
Auch für Durlangen könnte solch ein Dorfladen eine Alternative zu vorhandenen Angeboten sein. Für 60 000 Euro könnte beispielsweise eine landwirtschaftliche Scheuer in der Wassergasse erworben, und für 400 000 Euro saniert und umgebaut werden. Ein Landeszuschuss von 230 000 Euro könnte fließen. Zumal im Gebäude auch ein Blockheizkraftwerk und ein „Kulturspeicher“ untergebracht werden könnte. Also drei Dinge unter einem Dach. Gerstlauer betrachtete die Veranstaltung als „Mosaikstein in der Informationspolitik“.
© Gmünder Tagespost 06.07.2010 – anja jantschik
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geschrieben am Dienstag, den 6. Juli 2010 um 08:45 Uhr
Kategorien: Baden-Württemberg
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