Land fördert Gründung von mehr Dorfläden

Mit einem Zuschuss von 158 700 Euro will die rheinland-pfälzische Landesregierung die Anzahl von Dorfläden im ländlichen Raum steigern. Die Gelder, die an die Dorfladenagentur «M.Punkt-rlp» gehen, stammen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Sozialministeriums und des Wirtschaftsministeriums.

Wie die Landesregierung am Dienstag in Mainz mitteilte, ist die Agentur der Volker Bulitta Unternehmensberatung in Trier eine landesweite Anlaufstelle. Sie berate Betreiber von Dorfläden und helfe Ortsbürgermeistern, Geschäfte in den Ortschaften zu initiieren.

«Die starke Nachfrage zeigt, dass das Angebot angenommen wird», sagte Sozialministerin Malu Dreyer (SPD). Laut Agentur wurden im Laufe des vergangenen Jahres bereits 30 rheinland-pfälzische Gemeinden, die sich für einen Dorfladen interessieren, beraten. Schwerpunkt ist dabei die Bildung von Netzwerken, die es kleinen Geschäften ermöglichen soll, bei Großhändlern geschickt zu verhandeln. «Bisher ackern die alle alleine vor sich hin», sagte der Sprecher der Dorfladenagentur, Markus Gietzen, auf ddp-Anfrage.

Die meisten Anfragen kommen nach Angaben der Agentur aus Dörfern mit 1000 bis 1500 Einwohnern. Bevor ein Dorfladen ins Leben gerufen werde, stehe eine Machbarkeitsstudie auf der Agenda, erläuterte Gietzen. Es müsse geprüft werden, ob es in der Ortschaft einen Bedarf gebe und wie groß der Kreis potenzieller Kunden sei, fügte Gietzen an.

Künftig sei es für den ländlichen Raum wichtig, sich nicht nur auf Lebensmittelgeschäfte zu konzentrieren. «Vielmehr müssen Dienstleistungszentren in der Dorfmitte entstehen», sagte Gietzen. In diesen könnten unter anderem eine Poststelle und ein Arzt angesiedelt sein. So könne es gelingen, etwa junge Familien aus den Neubaugebieten für die Dorfzentren zu begeistern.

27.07.10 | 15:04 Uhr


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