Neuer Dorfladen für Dürbheim
24. Juli 2010 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
(DÜRBHEIM/fd) Endlich kann der Dorfladen in der Schulstraße 2 starten. 108 Personen haben am Donnerstagabend das Gründungsstatut der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaft unterzeichnet. Ein aus neun Personen bestehender Aufsichtsrat hat Martin Letocha und Alfons Zepf als Vorstände bestellt.
Der glänzend aufgelegte Schultes Alfred Pradel meinte in der Gründungsversammlung, dass dieser Abend ein geschichtsträchtiger sei. Nach der langwierigen Entstehungsgeschichte mit dem neuen Zentrum an der Schulstraße sah es lange Zeit danach aus, dass es nicht so richtig weiter gehen würde. Und dann ging doch noch ein Ruck durch den zwar idyllisch, aber etwas abseits der Verkehrsströme gelegenen Ort. Ein Initiativkreis hatte unermüdlich gerackert und für die Selbsthilfeidee geworben. Vor dem Gründungstag waren so schon 130 Mitgliedschaften mit einem Kapitalstock von 18.000 Euro unter Dach und Fach gebracht worden. Am Abend selbst gab es noch einmal 30 Beitritte in die neue Genossenschaft.
Neugründungsberater Michael Roth vom Genossenschaftsverband stellte funktionierende Dorfläden im Land vor. „Es wird ihr Laden werden, der Verband kann nur Hilfe zur Selbsthilfe geben“, umriss Roth die Rolle des Dachverbandes, der beratend und prüfend nach dem rechtmäßigen Gang der künftigen Geschäfte schauen wird. Die relativ geringen Beratungs- und Prüfungsgebühren werden durch 50-Prozent-Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums subventioniert. Die weiteren entstehenden Kosten des Betriebes sollen natürlich bald selbst erwirtschaftet werden, wobei der Gewinn nicht im Vordergrund stehen soll. Schließlich gibt sich auch niemand aus dem Kreis der Vorkämpfer träumerischen Illusionen hin. Man weiß natürlich, dass der marktwirtschaftliche Wettbewerb mit den Einkaufszentren in den naheliegenden Städten hart ist. Man wisse aus Erfahrung, dass nicht alle Dinge vor Ort eingekauft würden, der Vorteil liege aber auch darin, dass die Mitglieder das angebotene Sortiment selbst bestimmen können, erklärte Roth.
Helmut Ege aus dem 670 Einwohner zählenden Ort Hövelsingen berichtete von den Erfahrungen des Modells „Dorfladen“. Der kleine Teilort des Städtchens Langenau bei Ulm hat vor vier Jahren ebenfalls die Initiative ergriffen und eine funktionierende Einkaufsmöglichkeit geschaffen. „Die Dividende ist ein Baustein für die Lebensqualität zum Erhalt des Dorflebens“, meinte Ege und ergänzte „der Dorfladen hat langfristig nur eine Chance, wenn die gesamte Bevölkerung dahinter steht.“
Mit nur einer Gegenstimme nahmen die Mitglieder die von Anton Keller vorgestellte Satzung mit 48 Paragrafen an. Wesentliche Eckpunkte sind die Höhe eines Geschäftsanteiles von 100 Euro, die Mitwirkungsrechte und die drei Organe. Diese setzen sich aus dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Generalversammlung zusammen. Der leitende Vorstand, bestehend aus Martin Letocha und Alfons Zepf, wurde auch unmittelbar nach den Wahlen zum Aufsichtsrat gekürt. Von zehn vorgeschlagenen Mitgliedern wurde zuvor von der erstmaligen Generalversammlung ein neunköpfiger Aufsichtsrat in geheimer Wahl ermittelt: Winfried Baumann wurde Vorsitzender, flankiert von seinem Stellvertreter Alfred Pradel. Weitere Aufsichtsräte sind Winfried Kapp, Margrit Mauderer, Claudia Staiger-Betting, Gerd Apholz, Renate Brugger, Andre Kielack, und Lothar Dreher.
Versammlungsleiter Keller stellte fest, dass die Hülle des Unternehmens stehe, der Betrieb aber noch fehle. Die zweckgebundenen Zuschussmittel ständen zur Sicherung der Nahversorgung bereit. Nun gelte es mit Aktionen Leben in das Geschäft zu bringen. Hier könne man sich einen weiteren Bankautomaten oder Angebote mit Produkten aus der Region gut vorstellen.
Quelle: SZON – Internetportal der Schwäbischen Zeitung – 23.7.2010
















