Zahlen und Fakten
Die Zahl der “übrigen Lebensmittelgeschäfte”, also meistens der kleinen Lebensmittel-Einzelhändler hat sich seit 2000 in nur 7 Jahren um 17.000 Geschäfte auf 28.900 Läden (-37 %) dramatisch reduziert. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Discounter von 12.970 auf 14.806 und die Zahl der Verbrauchermärkte von 2.363 auf 3.150. Die “Ladendichte” hat sich in Deutschland von 2000 bis 2007 auf 1 Laden für 1.495 Bundesbürger spürbar verschlechtert. Die Fahrt zum Einkaufen und die dafür zurückgelegten Kilometer mit Kraftfahrzeugen wird also immer länger: Die Kilometerzahl für Einkaufsfahrten verdoppelte sich von 1982 bis 2002 von 219 Millionen Kilometer auf 444 Millionen Kilometer – 444 Mio. km am Tag! Quelle: IÖW, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung. Selbst in Dörfern und Stadtteilen mit 1.000, 2.000 oder 3.000 Einwohnern hat der letzte Lebensmittelhändler oftmals seine Ladentür zum allerletzten Mal geschlossen und zählen die Einwohner zu den 8 Millionen “unterversorgten” Bundesbürgern (Quelle: IÖW-Studie 2005 im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen).
Trotz des Ladensterbens bei den kleinen Lebensmitteleinzelhändlern hat sich die gesamte Verkaufsfläche im Lebensmitteleinzelhandel von 26,1 Millionen qm (2000) auf 28,9 Millionen qm erhöht – ausschließlich bei den Discountern und Verbrauchermärkten. Die Verkaufsfläche bei den “übrigen” Einzelhändlern hat sich von 7,4 auf 5,7 Millionen qm reduziert. Die Verkaufsfläche im Lebensmitteleinzelhandel für jeden von uns 82,3 Mio. Bundesbürgern beträgt demnach 0,35 qm pro Bundesbürger – mit extrem unterschiedlicher Verteilung auf Stadt und Land zwischen Flensburg und dem Allgäu. Während einem Bundesbürger in den Städten lt. Edeka 1,7 qm Verkaufsfläche zur Verfügung stehen, stehen einer 10.500 Einwohner zählenden Gemeinde mit 17 Dörfern mitten in Niedersachsen nur 0,20 qm Verkaufsfläche pro Einwohner zur Verfügung. Viele Dörfer mit 1.000 Einwohnern wären froh, wenn sie noch ihren alten 150 qm großen Tante Emma-Laden und damit 0,15 qm Verkaufsfläche pro Einwohner hätten.
Auch bei der Umsatzentwicklung sind die Discounter in den Städten oder großen Orten die Gewinner, während die kleinen Lebensmitteleinzelhändler Umsatzrückgänge verzeichnen und die Bürger ein Stück wohnortnaher Versorgung mit Waren und Dienstleistungen verlieren. Bei 130,7 Mrd. € Umsatz im Lebensmittel-Einzelhandel gibt jeder Bundesbürger rechnerisch 1.588 € jährlich für Nahrungsmittel aus.



















