“Nicht verhungert – 7 km für´s Brötchen”

Jörg Smolla, Bgm. Koberg“Wir sind nicht verhungert, aber für jedes Brötchen mussten wir 7 km fahren. Seit einem Jahr haben wir mit unserem MarktTreff mehr Lebensqualität im Dorf“, freute sich Jörg Smolla, Bürgermeister der gut 700 Einwohner zählenden Gemeinde Koberg im Kreis Herzogtum Lauenburg. Koberg war am 26. September das 2. Ziel der 25 Bürger aus der Gemeinde Steinau im Landkreis Cuxhaven.

Koberg: Kulturhof mit MarktTreff

Koberg: Kulturhof mit MarktTreff

Im Juni 2008 wurde das neue Dorfzentrum in Koberg als 25. MarktTreff in Schleswig-Holstein eröffnet. Mit diesem 25. MarktTreff  wurde die Grundversorgung im ländlichen Raum nachhaltig gesichert und ausgebaut. Der MarktTreff Koberg besteht als neues Dorfzentrum aus einem rund 45 Quadratmeter großen Dorfbäckerei mit Lebensmittel-Angebot, kleines Café mit fünf Sitzplätzen und Kaffee-Spezialitäten, Dienstleistungen und einem Kulturhof für unterschiedliche Aktivitäten wie Theateraufführungen, Dorffeste und Senioren- und Jugendtreff. In das um 1880 errichtete Gebäude wurde deshalb extra eine mobile, flexible Bühne eingebaut. Der neu errichtete Einkaufsladen und der Kulturhof sind durch einen gemeinsamen Glasgang miteinander verbunden.

Die Gemeinde Koberg hat in dieses Projekt rund 1,2 Millionen Euro investiert und das Land habe sie dabei mit Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes in Höhe von rund 550.000 Euro unterstützt, erläuterte Landwirtschaftsminister von Boetticher im Juni 2008 bei der feierlichen Einweihung.

45 qm MarktTreff in Koberg

45 qm MarktTreff Koberg

Die Trägerschaft und Organisation der Aktivitäten im neuen Dorfzentrum übernimmt der „MarktTreff Koberg e. V.“.  Der Verein hat mit der Gemeinde, die Eigentümerin des MarktTreffs ist, einen Überlassungsvertrag geschlossen und übernimmt die gesamte Verwaltung und Koordination. Mieter des Ladenbereiches ist die „Dorfbäckerei Kramp” aus Nusse, die mit dem MarktTreff eine Filiale eröffnet und gleichzeitig einen Dauerarbeitsplatz geschaffen hat.

„Wir sind über das neue, schöne Haus hoch erfreut”, sagte der damalige Vereinsvorsitzender und heutige Bürgermeister der Gemeinde Koberg,  Jörg Smolla bei der Eröffnungsfeier. „Jetzt haben wir die optimale Möglichkeit, dass rege Brauchtum und Kulturleben in Koberg noch besser zu bündeln. Durch die gesicherte Grundversorgung haben wir ein großes Stück Lebensqualität zurückerhalten.” Koberg bleibe durch das verwirklichte MarktTreff-Konzept zukunftsfähiger Lebensmittelpunkt.

MarktTreff-Verkäuferin

MarktTreff-Verkäuferin

Der MarktTreff Koberg hat 7 Tage in der Woche insgesamt 49,50 Stunden geöffnet: vormittags wird von Montag bis Sonnabend von 6.00 bis 12.00 Uhr die Nahversorgung gesichert. Am Dienstag, Donnerstag und Freitag ist am Nachmittag von 14.30 bis 18.00 Uhr geöffnet und an jedem Sonntag läuft der Verkauf durch eine Mitarbeiterin von 7.30 bis 10.30 Uhr.

Im Kulturhof informierte Bürgermeister Jörg Smolla die Gäste aus dem Landkreis Cuxhaven mit einer Power-Point-Präsentation über die Entwicklung des Kulturhofes mit dem MarktTreff von den ersten Plänen bis zur Realisierung. Bei Kaffee und Kuchen erfuhren die interessierten Gäste aus Steinau von der Bedeutung des neuen Dorf-Mittelpunktes für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Koberg. Beim Dorfwettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” wurde Koberg 2009 Kreissieger im Landkreis Herzogtum Lauenburg und im September 2009 schaffte die 700 Einwohner zählende Gemeinde im Landeswettbewerb in Schleswig-Holstein einen hervorragenden 2. Platz. Durch das Bürger-Engagement im Zusammenhang mit dem neuen Dorfzentrum habe Koberg viel an Zukunftsfähigkeit gewonnen.

“Ein Gasthaus und ein Lebensmittelgeschäft habe es in Koberg schon viele Jahre nicht mehr gegeben. Wir sind deshalb nicht verhungert, aber für jedes Brötchen mussten wir ins Auto steigen”, betonte Bürgermeister Jörg Smolla. “7 km” war die Antwort auf die Frage von Bürgermeister Hans-Jürgen Mangels (Steinau) nach der Entfernung bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit. 8 km – soweit ist der Weg von der Ortsmitte in Lauentheil in der Gemeinde Steinau bis nach Bad Bederkesa. In Steinau haben in diesem Jahr zwei Gasthäuser und das letzte Lebensmittelgeschäft geschlossen.

Bürgermeister Jörg Smolla berichtete von vielen gemeinsamen Veranstaltungen im Kulturhof seit der Einweihung im Sommer 2008 und von neuen Angeboten. Nicht nur kulturelle Veranstaltungen, Bilderausstellungen, Theateraufführungen und Vereinsversammlungen finden im Kulturhof statt. Inzwischen hat sich der Kulturhof auch als Treffpunkt für eine Mutter-Kind-Gruppe etabliert. Sehr gut angenommen wird das neue Angebot eines Mittagstisches im Kulturhof an jedem Montag und Freitag für Senioren, Schulkinder und andere “Mitesser”, so Bürgermeister Jörg Smolla. 20 bis 25 Einwohner lassen sich Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise für 4,95 € schmecken. Aufgrund der guten Nutzung soll das Angebot schon bald auf insgesamt drei Tage pro Woche erweitert werden.

“Sie haben uns Mut gemacht und umfassend informiert” bedankte sich Bürgermeister Hans-Jürgen Mangels bei seinem Amtskollegen Jörg Smolla.

Bürgermeister Jörg Smolla beim Vortrag im Kulturhof

Bürgermeister Jörg Smolla beim Vortrag im Kulturhof

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