Nahversorger-Sterben und die Folgen für den Klimawandel

Drei Wissenschaftler haben im Oktober dafür plädiert, bei der notwendigen CO 2-Reduzierung nicht nur auf den Ausbau Erneuerbarer Energien zu setzen, sondern stärker auf Energie-Einsparung, beispielsweise auch im Verkehr. Vor diesem Hintergrund ist das Nahversorger-Sterben mit der Schließung von 85 % der kleinen Läden und der damit verbundenen drastischen Erhöhung der Einkaufsfahrten kontraproduktiv. „Die Sicherung und Förderung der Nahversorgung sorgt also für weniger Einkaufsfahrten, weniger CO 2-Ausstoss und ist somit im Interesse des Klimaschutzes“, so Günter Lühning, Vorsitzender der Dorfladen-Bundesvereinigung.

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„Großer Motivationsschub und stolze Dorfbevölkerung“

Nachgefragt: Was brachte Hofstädten diese Prämierung?

Ende Januar 2020 werden bei der Welt-größten Ernährungs-Fachmesse „Grüne Woche“ in Berlin durch die Dorfladen-Bundesvereinigung in zwei Kategorien die „Dorfläden des Jahres 2020“ prämiert. Vier Jahre zuvor war es der Dorfladen Hofstädten, der damals als einziger Dorfladen auf der LandSchau-Bühne prämiert wurde. Wir haben jetzt im 500 Einwohner zählenden Dorf Hofstädten in Unterfranken nachgefragt, was die Prämierung 2016 bewirkt oder ausgelöst hat.

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15 Jahre Dorfladen-Netzwerk(e)

Netzwerken und Erfahrungsaustausch ist nicht nur in der gewerblichen Wirtschaft wichtig, sondern gewinnt zunehmend auch bei den bürgerschaftlich und/oder kommunal organisierten Dorfläden (Selbsthilfeeinrichtungen „von Bürgern für Bürger“) zunehmend an Bedeutung. Zu den ersten Dorfladen-Netzwerken in Deutschland zählt das vor 15 Jahren in Niedersachsen gegründete Netzwerk von ursprünglich 3 Dorfladen-Pionieren. In Niedersachsen gibt es inzwischen mehr als zwei Dutzend „Bürgerläden“, in Bayern wird sogar von 160 Dorfläden berichtet und in ganz Deutschland ist die Zahl auf fast 300 gestiegen.

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Energiesparen: Dorfläden gehen bei Bundes-Zuschüssen leer aus

Der Bund fördert mit BAFA-Zuschüssen mittlere und große Lebensmittel-Geschäfte (Supermärkte, Discounter), die in die Erneuerung der Kältetechnik investieren. Kleine Dorfläden gehen dagegen leer aus und erhalten keine Bundes-Förderung. Das ist das Ergebnis einer Datenerhebung bei den Mitglieds-Dorfläden der Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden (BmD). Der Vorstand der Bundesvereinigung hat deshalb eine Initiative gegenüber der Bundespolitik und den zuständigen Ministerien gestartet, um diese Benachteiligung zu beseitigen.

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Energiespar-Projekt: Datenerhebung bis 15.9.2019 verlängert

Die Datenerhebung für das Energiespar-Projekt wurde bis 15.9.2019 verlängert. Bis Mitte September können kleine Lebensmittelgeschäfte und Dorfläden auf dem Lande ihre Daten in einem Vordruck eintragen und einsenden. Die bisherige Auswertung hat die Befürchtung bestätigt: Kein Dorfladen würde für Investitionen in neue Kühltechnik und Kühlmöbel einen Bundeszuschuss erhalten und nur 2 Dorfläden würden den vollen Zuschuss (6.000 € statt nur 1.200 €) für eine Energieberatung erhalten.

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780.000 € Betriebskosten-Zuschüsse für 48 Dorfläden – in Österreich

Während in Deutschland 85 % der kleinen Lebensmittelgeschäfte seit 1990 geschlossen haben, werden seit über 20 Jahren im österreichischen Bundesland Voralberg Betriebskosten-Zuschüsse zum Verlustausgleich nach Bilanz-Vorlage ausgezahlt – bis zu 25.000 € jährlich. Voralberg reagierte, als sich die Zahl kleiner Lebensmittelgeschäfte halbiert hatte – und stoppte damit das Sterben der Dorfläden. 2018 wurden 48 Betriebskostenzuschüsse über insgesamt rund 780.000 € – also rund 16.000 € pro Antrag stellendem Dorfladen – 80 % vom Land – 20 % von der Gemeinde. Damit hat das Land Voralberg das Sterben vieler kleiner Nahversorger verhindert, den Menschen auf dem Lande Lebensqualität erhalten und weite Einkaufsfahrten und unnötigen CO 2-Ausstoß verhindert. Ein Modell auch für Deutschland? Schreiben Sie uns Ihre Meinung – an Günter Lühning dorfladen-netzwerk(at)otersen.de

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Thünen-Institut sorgt für Transparenz bei Zuschüssen für Nahversorger

Mit dem gerade veröffentlichten Thünen Working Paper 128 „Fördermöglichkeiten zur Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum“ sorgt das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Braunschweig für Transparenz bei den sehr unterschiedlichen Förderungen für Nahversorger durch die einzelnen Bundesländer. Die Bandbreite reicht von Förderquoten zwischen 20 und 90 % – überwiegend 30 bis 45 % für kleine Unternehmen (KU) bis hin zu 63 bis 90 % für Gemeinden und öffentliche, kommunale Träger als Betreiber von Lebensmittel-Geschäften auf dem Lande. Die Förder-Höchstbeträge reichen von 50.000 € (NRW) und 80.000 € (Rheinland-Pfalz) für private KU bis zu 750.000 € für Gemeinden und juristische Personen des öffentlichen Rechts in Schleswig-Holstein.

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85 % der kleinen Läden seit 1990 geschlossen

Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte hat sich seit 1990 halbiert, die Zahl der kleinen Läden hat sich sogar um 85 % (!!) in nur 27 Jahren reduziert. Sage und schreibe 57.800 kleine LEH-Geschäfte insbesondere im ländlichen Raum haben seit 1990 geschlossen. Aus 66.450 kleinen Nahversorgern in 1990 wurden 8.650 Lebensmittelgeschäfte (2017).

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Benachteiligung kleiner LEH-Geschäfte und Dorfläden bei Bundesförderung

Bei der Bundesförderung für Energieberatungen und Investitionen in neue Energiesparende Tiefkühl-/Kälte-Verbundanlagen mit modernen Kühl-möbeln werden kleine Lebensmittelgeschäfte (LEH) und Dorfläden seit Jahresbeginn 2019 deutlich benachteiligt – erhalten nur geringe Förder-beträge (1.200 € statt 6.000 €) oder gar keine Fördermittel. Das kritisiert die Dorfladen-Bundesvereinigung und startet eine Datenerhebung, um gegenüber den zuständigen Stellen mit Fakten argumentieren und eine Lösung entwickeln zu können.

Tiefkühl-Kombination (vorne) und Kühlregal (hinten) in einem Dorfladen
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