“Identitätsstiftende Keimzelle”
6. Februar 2010 von dorfladen-netzwerk | kein Kommentar
Sie kommen immer öfter …. aus dem Sauerland, aus Goslar, Wolfenbüttel, dem “Cuxland” bei Cuxhaven, Dettum bei Wolfenbüttel oder am 6. Februar 2010 aus Vollbüttel im Landkreis Gifhorn. Das Ziel von interessierten Bürgern, Ratsmitgliedern, Bürgermeistern und sogar Landräten ist das kleine, 530 Einwohner zählende Dorf Otersen bei Verden mitten in Niedersachsen.
Immer mehr interessierte Besucher kommen nach Otersen, das Bundes-Golddorf 2007 im Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft”, um sich über das Modellprojekt “Dorfladen – von Bürgern für Bürger” zu informieren. Sie kommen, weil es immer mehr Menschen satt haben, sich von den großen Lebensmittel-Konzernen vorschreiben zu lassen, wie weit Sie bis zum Einkauf im nächsten Supermarkt fahren müssen …. 4 Kilometer, 8 Kilometer – manchmal sogar 10 oder 15 Kilometer …. und zurück. Über 440 Millionen Kilometer werden für Einkaufsfahrten zurückgelegt – nicht jährlich, sondern täglich – hat das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) schon vor Jahren ermittelt. Außerdem: Über 8 Millionen Menschen in ländlichen Räumen sind unterversorgt.
Über die Initiative der Bürger in Vollbüttel berichtet die Braunschweiger Zeitung unter dem Titel “Identitätsstiftende Keimzelle”.
Identitätsstiftende Keimzelle
Geschäft im niedersächsischen Otersen könnte Modell für Vollbüttel stehen
VOLLBÜTTEL. Heide, ausgedehnte Wälder, die Allermarsch und ein paar Seen. All das haben die 525 Einwohner von Otersen. Und einen Laden, der für Furore sorgt – den genossenschaftlichen Dorfladen, den Günter Lühning dort initiiert hat. “Use lüttje Dörpsladen” wird seit etwa zehn Jahren von den Bürgern selbst betrieben – und genau den will sich heute Vormittag eine vierköpfige Delegation aus Vollbüttel anschauen.
“Es ist die Keimzelle für das Dorfladen-Netzwerk”, sagt Heike Bartels aus Vollbüttel, “es ist ein Modellbeispiel”. Der Laden scheint gut zu funktionieren. Und: “Das Dorf hat viel weniger Einwohner als Vollbüttel.” Das gebe Hoffnung, dass sich so etwas auch zwischen Peiner Landstraße und Warmbütteler Weg aufbauen lässt.
Heute morgen um 8 Uhr geht die Reise los, zwei Stunden später wollen die Vollbütteler dort sein. “Wir sind gespannt und guter Hoffnung. Wir wollen Informationen einholen und uns das Geschäft mal aus betriebswirtschaftlicher Sicht erklären lassen”, so Bartels. Denn in Vollbüttel müsse erst einmal die Organisationsform geklärt werden.
“Die Genossenschaft in Otersen ist schon eine Idealform, das ist identitätsstiftend”, sagt Bartels, “wenn von jedem ein Hunderter drinsteckt, kann man wirklich sagen: Das ist mein Laden.” Daneben gehe es aber auch schon darum, sich Tipps und Tricks zu holen und zu sehen, wie das Sortiment des Modellladens aufgebaut ist.
Eins ist der Initiative aber jetzt schon klar: “Wir müssen originär sein, über den Laden als solchen besondere Reize schaffen”, sagt Bartels. Dazu gehöre unter anderem der gleichzeitige Ansatz, das Geschäft zu einem Café auszubauen. “Ich hatte ein Gespräch mit einer jungen Mutter. Sie sagte, so ein Laden wäre ganz toll. Sie wolle aber auch kommen, um zu snacken.” Der Laden als Treffpunkt sei ein ganz wichtiger Aspekt beim Projekt, so zu sagen ein “Auftrag der Bürger”.
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2160/artid/11671081

















