Energiekosten | Strom | Heizung | PV-Eigenstrom | Energieeinsparung

Aktualisierung dieses Beitrages per 16.10.2017 um die Ergebnisse der durchgeführten “Energieberatung im Mittelstand” durch Fa. ecogreen (Marcel Riethmüller)

Nach den Personalkosten sind die Aufwendungen für Strom und Heizenergie in der Regel der zweithöchste Kostenblock in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Dorfladens.

Im April 2011 zog der Dorfladen Otersen w.V. nach 10 Jahren in gemieteten Räumen aus dem 140 qm großen Ladenlokal in die eigene Immobilie mit

  • 180 qm LEH-Verkaufsfläche (Dorfladen)
  • 70 qm Café, Küche, Sanitärbereich
  • 135 qm Wohnung im Dachgeschoß, vermietet an eine Familie

und nahm

  • eine 10,1 kWpeak (10.100 Watt) Photovoltaik-Anlage (Ziel: Sonnenenergie für den Eigenverbrauch) in Betrieb.

Bei der Immobilie handelt es sich um drei Gebäudeteile

  • Altbau, Fachwerkbauweise – 200 Jahre alt, 2010 vollständig saniert
  • Neubau (Dorfladen-Erweiterungsbau 2010, mit Pultdach für PV-Anlage)
  • Anbau (Fachwerk) aus dem Jahr 1999

Durch

  • Energiesparmaßnahmen an einer Tiefkühlkombination (Glasschiebedeckel, LED-Beleuchtung im Tiefkühlmöbel, neue Lüfter)

konnte der Stromverbrauch in den letzten Jahren gesenkt werden.

2016 wurden weitere Energiesparmaßnahmen realisiert werden und zwar die Umstellung von NEON-Beleuchtung auf LED-Röhren im 180 qm großen Dorfladen.

Energieberater Marcel Riethmüller (links) begutachtete die gesamte Kältetechnik im Dorfladen Otersen

Für die 2017 durchgeführte “Energieberatung im Mittelstand” hat der Dorfladen Otersen von der BAFA einen 80%-igen Kosten-Zuschuss (3.960 €) erhalten. Für die Umsetzung der Maßnahme Erneuerung der Kälteanlage (Gesamtkosten: knapp 51.000 €) wurde im Oktober 2017 eine 80 %ige-Förderung bei der BAFA beantragt. Die Zusammenarbeit mit einem auf Kältetechnik im Lebensmitteleinzelhandel spezialisierten Energieberater bei der Maßnahmen-Umsetzung ist unbedingt empfehlenswert. Bei der Amortisations-Rechnung hat der Dorfladen auch Kosten für die Kältemittel-Umstellung (bei Tiefkühl- und Kühlanlagen – nicht bei Steckerfertigen-TK- und Kühl-Möbeln) berücksichtigt, die durch die Erneuerung der gesamten Anlage eingespart werden können. Über die Kältemittel-Umstellung haben wir einen Fachbeitrag von Energieberater Marcel Riethmüller veröffentlicht.

Im Rahmen der Energieberatung und durch das Modellvorhaben “Energieeffizient Handeln” für Handelsimmobilien in Deutschland (MV der Deutsche Energieagentur dena) wurde im Dorfladen Otersen vier Wochen lang eine detaillierte Lastgang-Messung für alle wesentlichen Stromverbraucher durchgeführt.

Weil der Dorfladen Otersen bereits viele Energiesparmaßnahmen realisiert hat, werden im Dorfladen Otersen 326 Kilowattstunden Strom und Heiz-Energie pro qm Gewerbe-fläche verbraucht. Durchschnittlich sind es im Lebensmittel-Einzelhandel 393 Kwh pro qm Ladenfläche.

Große Lebensmittelgeschäfte haben aber eine wesentliche höhere Flächen-Produktivität, also einen deutlich höheren Umsatz pro qm Ladenfläche. Deshalb betragen die Energiekosten im Lebensmittel-Einzelhandel durchschnittlich 1,93 % vom Umsatz – beim Dorfladen Otersen aber 3,54 % vom Umsatz (ca. 350.000 € Netto jährlich in einem 500 Einwohner-Dorf).

Auf 13 Schautafeln stellt der Dorfladen Otersen w.V. zur Nutzung innerhalb der Dorfladen-Bundesvereinigung

  • seine Energie-Daten der letzten Jahre
  • die Ergebnisse der 2017 durchgeführten Energieberatung

zur Verfügung. Die folgende PDF-Datei umfasst 4,6 MB.

2017_Energiekosten_Investitionen in Energie-Einsparung_mögliche Invest nach Energieberatung_BmD

Tiefkühl-Kombination (vorne) und Kühlregal (hinten) im Dorfladen Otersen

Energiekosten gefährden Nahversorgung: plus 77 % seit 2003

Energieversorger verschicken dieser Tage Mitteilungen über die neuen Strompreise ab 1.1.2013 und erhöhen um durchschnittlich 12 %. Einige Dorfläden als letzte Nahversorger werden aber auch mit Kostensteigerungen von 15 % vor große Herausforderungen gestellt. Beim 2001 gegründeten Dorfladen Otersen mitten in Niedersachsen sind die Strompreise in den letzten 10 Jahren um stolze 77 % gestiegen. Bei 40.000 Kilowattstunden jährlichem Stromverbrauch sind das Mehrkosten von fast 4.000 € jährlich im Vergleich zu 2003. Diese Kostensteigerung entspricht oftmals mehr als 1 Prozent des Jahresumsatzes kleiner Dorfläden und genau der Betrag, der bestenfalls als Jahresüberschuss (für Rücklagen / Ersatzinvestitionen) verbucht werden soll. Weiterlesen

97 % des Sonnenstroms für Dorfladen

Der Dorfladen “von Bürgern für Bürger” im niedersächsischen Otersen versorgt 750 Einwohner aus 2 Dörfern, sichert die Nahversorgung und versorgt sich teilweise selbst mit umweltfreundlichem Sonnenstrom. 97 % des Sonnenstroms aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dorfladen-Dach werden im Dorfladen selbst verbraucht. Das rechnet sich, wie die Bilanz des 1. Halbjahres 2011 zeigt, schreibt der Vorsitzendes des Dorfladen w.V., Günter Lühning. Weiterlesen